Ev. Stiftung Protestantismus, Bildung und Kultur ist Geschichte
Im Jahr 2002 gründete das damalige Ev. Erwachsenbildungswerk Westfalen und Lippe mit einem Gründungskapital in Höhe von rd. 250.000 € die Ev. Stiftung. Der Name war Programm und Inhalt der Stiftung. Wir blicken zurück auf eine 23-jährige erfolgreiche Stiftungsarbeit. Mehr als 50 Projekte von gesellschaftlicher Bedeutung in den Bereichen Kultur und protestantischer Bildung konnten in den Jahren gefördert werden.
Die Motivation zur Gründung der Stiftung, haben die Gründungsväter und Gründungsmütter wie folgt beschrieben:
„Der Protestantismus hat seit 500 Jahren das gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Leben in Deutschland und in Europa stark mitgeprägt. Die von ihm ausgehenden Impulse haben Menschen inspiriert, Verantwortung für sich, für andere Menschen, für das Zusammenleben, die Gestaltung des Gemeinwesens sowie das Gespräch der Kulturen und Religionen zu übernehmen. Daran will unsere Stiftung anknüpfen und in Verbindung von Protestantismus, Bildung und Kultur gemeinnützige und kreative Initiativen und Projekte fördern und öffentlich bekannt machen.“ (Quelle: Ehemalige Website der Ev. Stiftung )
Die seinerzeit in der Stiftungssatzung formulierten Ziele fokussieren die bis heute aktuellen Grundlagen für eine Leben in Freiheit und Demokratie:
- Befreiung des Individuums von jeglicher Bevormundung durch menschliche Autoritäten, Institutionen und Strukturen;
- einen eigenständigen Zugang zu Bildung, Glaube und Erkenntnis;
- die Gewissensfreiheit als kritisches Korrektiv in den Auseinandersetzungen mit kirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen;
- zeitgemäße Ausdrucksformen protestantischer Spiritualität und die Qualifizierung von Menschen zu bürgerschaftlichem Engagement;
- der interreligiöse und interkulturelle Dialog für eine Welt der Toleranz und der Verständigung der Religionen und Kulturen.
Etwa 55 Projekte förderte die Stiftung in den 23 Jahres ihrer Tätigkeit mit mehr als 100.000 €. Das Kirchliche Filmfestival in Recklinghausen, der Spirituelle Sommer in Südwestfalen - ein Projekt im Rahmen der Regionale Wege zum Leben, das Projekt und die Marke Pilgern im Pott oder die Projekte Schattenkultur, das Kulturprojekt Kopfgeschichten, das Theaterprojekt Reichtum und heißes Wasser für Alle in Münster, Weltreligionen zu Hause in Dortmund, das Projekt Kirche trifft Synagoge in Minden sind nur einige der Projekte, die die Stiftung in der Vergangenheit gefördert hat. Hier finden Sie 12 ausgewählte Projekte der vergangenen Jahre, die die Vielfalt der Stiftungsarbeit andeutet - klicken sie sich durch:
- "Ankunft Dortmund" - Intercultural Storrytelling Reise zum Weltflüchtlingstag
- „Guten Tag lieber Feind“ - Hüllhorst
- „Lebenswert Iserlohn“
- Studienreise Berlin
- Kirchliches Filmfestival - Recklinghausen
- Reichtum und heißes Wasser für alle - Münster
- Erleuchtet - NRW
- Einfach frei - Dortmund
- Willkommen zwischen Himmel und Erde - Minden
- Weltreligionen - zu Hause in Dortmund
- Spiritueller Sommer - Südwestfalen
- Pilgern im Pott - Ruhrgebiet
Das größte Engagement der Stiftung bestand jedoch darin, die Projekte, ganz gleich ob sie eine Förderung erhielten oder nicht, fachlich zu begleiten. Insbesondere kleinere Projekte von Initiativen und Ehrenamtlichen oder die am Beginn einer großen Entwicklung standen haben von dem Know How und dem großem Netzwerk der Stiftung profitiert. Häufig gab die Stiftung den ersten wichtigen Impuls für die Durchführung dieser Vorhaben.
Für diesen fachlichen Support standen die Mitglieder des Vorstandes und des Kuratorium mit Ihrer beruflichen Expertise und Zeit den Projektverantwortlichen zur Seite. Während die Gremienmitglieder hauptsächlich ehrenamtlich tätig waren, garantierte die Ev. Erwachsenenbildung Westfalen und Lippe mit Ihrer Geschäftsstelle und den Geschäftsführern, Günter Boden (2002 – 2014) sowie Jörg Neuhaus (2014 – 2025), für Kontinuität und Nachhaltigkeit. Letztendlich führte dieser hohe Aufwand, Nachwuchssorgen in den Gremien und das geringe Stiftungskapital, welches entgegen den Erwartungen der Stiftungsgründer sich nicht erhöht hatte, zur behördlich genehmigten Auflösung der Ev. Stiftung zum 31.12.2025.
Allen Aktiven gilt Dank und Anerkennung für Ihr großartiges Engagement und Ihre investierte Zeit. Nachfolgend finden Sie die Liste der ehemaligen Aktiven in alphabetischer Reihenfolge:
| Heinz-Georg Ackermeier | Rolf Krebs | Dr. Beate Scheffler |
| Tim Arnold | Michael Küstermann | Dr. Hartmut Schröter |
| Günter Boden | Gudrun Laqueur | Dr. Maria Schubert |
| Klaus Breyer | Erdmann Linde | Manfred Sorg |
| Dr. Jan-Dirk Döhling | Arno Lohmann | Friedrich Stiller |
| Dr. Günter Ebbrecht | Prof. Dr. Hildegard Mogge-Grotjahn | Albert Stutte |
| Hansjörg Federmann | Karin Moskon-Raschikg | Dr. Ekkehard Thiesler |
| Kerstin Gralher | Jörg Neuhaus | Vicco von Bülow |
| Dr. Ulrich Heinemann | Marie-Luise Piepenbrock | Katrin Weber |
| Andreas Isenburg | Anne Rabenschlag | Christiane Wicht-Stieber |
| Günter Johnsdorf | Antje Rösener | |
| Liesel Kohte | Dr. Rüdiger Sareika | |
Mit der Auflösung der Stiftung wurde sichergestellt, dass die beiden Leuchtturmprojekte, die sich aus dem Engagement der Stiftung entwickelt haben, die nächsten Jahre fortgeführt werden können. Hierzu gehört der evangelische Filmpreis für das „Kirchliche Filmfestival Recklinghausen“ sowie das Projekt „Spiritueller Sommer – Wege zum Leben Südwestfalen“.
Das verbleibende Gründungskapital fällt satzungsgemäß an die Ev. Kirche von Westfalen / Bielefeld. Diese verbraucht die Restmittel im Sinne des Stiftungsgedanken. Die Auflösung der Ev. Stiftung wurde im Amtsblatt der Bezirksregierung Arnsberg vom 06.12.2025 veröffentlicht. Bei etwaigen Ansprüchen oder Fragen richten Sie sich bitte an das Landeskirchenamt in Bielefeld.
