Der Zugang zu kostenlosen Integrationskursen muss erhalten bleiben

Seminarsituation

Auf Anordnung des Bundesinnenministers Alexander Dobrindt am 9. Februar 2026 wurde der Zugang zu kostenlosen Integrationskursen stark eingeschränkt wurde (circa 50% weniger). Die Ev. Erwachsenen- und Familienbildung Westfalen und Lippe e. V. kritisieren zusammen mit vielen anderen (Städtetag, Diakonie und Caritas, Volkshochschulen) diesen Beschluss und sehen darin eine Fehlentwicklung für unsere Gesellschaft. Denn ohne Sprache ist die Integration in den Arbeitsmarkt kaum möglich und das belastet die Sozialkassen der Kommunen.

Minister Dobrindt (CSU) hat diese Anordnung erlassen, obwohl im Koalitionsvertrag steht, man wolle mehr in Integration investieren, um Menschen schneller in Arbeit zu bringen. Auch waren die Gelder für 2026 im Herbst 2025 noch vom Bundestag bewilligt worden. Das Geld ist also vorhanden.

Der gesamte Vorgang wurde auch von NRW-Ministerin Ina Brandes (CDU) kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen („so was tut man im laufenden Jahr nicht“). Auch Natalie Pawlik (SPD) als Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration kritisiert die Kürzungen bei den Integrationskursen als „falsch“. Der Koalitionspartner SPD war über den Zulassungsstopp im Vorfeld nicht informiert worden.

Seitdem hagelt es Proteste von allen Seiten. Auch viele Politiker*innen kritisieren das Vorgehen. Trotzdem geht die Diakonie Deutschland davon aus, dass es einen langen Atem brauchen wird, um einen Kurswechsel zu bewirken. 

Die Ev. Erwachsenen- und Familienbildung Westfalen und Lippe e. V. hat über 300 Integrationskurse in den letzten 20 Jahren durchgeführt.  Das Flaggschiff der Integration in Deutschland  ist nun teilweise lahmgelegt und die Folgekosten in den Kommunen und Betrieben werden die Ausgaben für die Kurse übersteigen. 

Derzeit gibt es die Möglichkeit, diese Petition zu unterschreiben. Nach Einschätzung der eEFB hilft alles, was das Thema und vor allem den Protest wach hält.

Petition „Erhalt der Finanzierung für Integrations- und Berufssprachkurse sicherstellen“