Handlungsempfehlungen für einen zeitgemäßen Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt
Unter dem Leitmotiv „Entwicklung stärken, Verantwortung übernehmen“ rücken die Empfehlungen die Rechte von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt. Schutz, Befähigung und Teilhabe werden dabei gemeinsam gedacht. Ziel ist ein Kinder- und Jugendmedienschutz, der sich stärker an den jeweiligen Lebens- und Entwicklungsphasen orientiert und die Verantwortung aller beteiligten Akteure in den Blick nimmt.
Die Kommission orientiert sich dabei an fünf Leitprinzipien: dem Anknüpfen an bewährte Strukturen und Praxis, der Stärkung lokaler Gestaltungsspielräume, einer verbindlich und gemeinschaftlich organisierten Verantwortung, dem Abbau von Reibungsverlusten an Schnittstellen sowie der kontinuierlichen Berücksichtigung technologischer Entwicklungen.
Die Empfehlungen entstanden in einem interdisziplinären Beteiligungsprozess unter Mitwirkung von Fachleuten, zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie Kindern und Jugendlichen. In bundesweiten Workshops brachten mehr als 100 junge Menschen ihre Erfahrungen, Erwartungen und Forderungen ein.
Die Handlungsempfehlungen setzen entlang der gesamten Bildungs- und Entwicklungsbiografie an – von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Sie reichen von früher Beratung für Familien und einer verlässlichen Medienbildung in Kitas und Schulen über den Schutz vor Cybermobbing und Cybergrooming bis hin zu sicheren digitalen Angeboten für Jugendliche und niedrigschwelligen Hilfe- und Beschwerdestrukturen. Plattformen sollen stärker in die Verantwortung genommen werden, etwa durch sichere Voreinstellungen, altersgerechte Angebote und wirksame Meldesysteme.
Untersucht wurden dabei vier zentrale Themenfelder: die Sicherheit im digitalen Raum, gesundheitliche und psychische Auswirkungen der Mediennutzung, Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz sowie die Stärkung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Fachkräften. Dabei zeigt sich: Bei sozialen Medien und Anwendungen Künstlicher Intelligenz müssen Schutzstandards von Beginn an mitgedacht werden.
Für Familien, Bildungseinrichtungen und die Erwachsenenbildung bieten die Empfehlungen wichtige Orientierung. Sie verdeutlichen, dass ein gelingendes digitales Aufwachsen nur durch das Zusammenspiel von Elternhaus, Bildungsinstitutionen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik ermöglicht werden kann.
Neben dem Abschlussbericht wurde auch eine kindgerechte Fassung der Handlungsempfehlungen veröffentlicht, um die Ergebnisse für Kinder und Jugendliche selbst zugänglich zu machen. Mit der Übergabe des Berichts an Bundesfamilienministerin Karin Prien ist die Arbeit der Kommission abgeschlossen.
Weitere Informationen auf der Seite des Ministeriums finden Sie hier.
Hier gibt es eine Zusammenfassung der Handlungsempfehlungen.
