Kirchen und Kino: Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße

Gemeinsam mit dem Kulturring Bad Laasphe und der Tourismus-, Kur- und Stadtentwicklung (TKS) Bad Laasphe sowie dem Residenztheater Bad Laasphe bieten wir die Reihe "Kirchen und Kino" an.
Zu den einzelnen Filmen erwartet Sie vor der Filmvorführung eine Einführung.
Im Anschluss sind die Besucher*innen eingeladen, sich über die Botschaft des Filmes sowie die Wirkung auf die Zuschauenden auszutauschen.

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße ist eine Komödie von Wolfgang Becker, die auf unterhaltsame und zugleich nachdenkliche Weise Fragen nach Wahrheit, Erinnerung und medialer Inszenierung aufwirft. Im Zentrum steht Micha Hartung (Charly Hübner), dessen eher unscheinbares Leben als Videothekenbetreiber plötzlich eine überraschende Wendung nimmt: Ein Journalist entdeckt seine Stasi-Akte und stilisiert ihn zum Helden der deutschen Teilungsgeschichte. Angeblich soll Micha 1984 durch eine Weichenstellung 127 Menschen zur Flucht in den Westen verholfen haben – eine Geschichte, die ihn über Nacht berühmt macht und ihn sogar bis in politische Ehren nach Berlin führt.

Doch mit der wachsenden öffentlichen Aufmerksamkeit entstehen Spannungen zwischen medialer Erzählung und persönlicher Wahrheit. Während Micha in eine Rolle gedrängt wird, die er so nie gesucht hat, geraten auch andere Biografien ins Wanken – etwa die eines ehemaligen Bürgerrechtlers (Thorsten Merten), der sich übergangen fühlt, sowie einer Juristin (Christiane Paul), die eine persönliche Verbindung zu den damaligen Ereignissen hat. Der Film entfaltet daraus eine leise Liebesgeschichte und zugleich eine kritische Reflexion darüber, wie Geschichte erzählt, erinnert und politisch aufgeladen wird.

Im Kontext der Erwachsenenbildung eignet sich der Film besonders für eine Auseinandersetzung mit deutscher Erinnerungskultur nach der Wiedervereinigung sowie mit der Frage, wie mediale Erzählungen Identitäten formen. Ebenso werden grundlegende Aspekte von Medienkompetenz, Subjektivität von Wahrheit sowie ethisch-moralische Entscheidungsprozesse im Spannungsfeld von öffentlicher Erwartung und persönlicher Integrität berührt.

Lernziele der Veranstaltung

Die Teilnehmenden …

setzen sich mit Formen und Mechanismen medialer Heldeninszenierung auseinander.
reflektieren, wie Geschichte und Erinnerung gesellschaftlich konstruiert und erzählt werden.
erkennen den Unterschied zwischen subjektiver Wahrnehmung, öffentlicher Erzählung und „Faktenlage“.
diskutieren ethische Fragen von Verantwortung, Schuld und Zufall im historischen Kontext der DDR und Wiedervereinigung.
erweitern ihre Medienkompetenz im Umgang mit journalistischer Darstellung und öffentlicher Meinungsbildung.
tauschen sich über die Bedeutung individueller Biografien in gesellschaftlichen Umbruchszeiten aus.

Tickets: www.residenzkino.de

Moderation: Christiane Petri, Ev. Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein.

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9. Dezember 2026
19:30 - 22:15 Uhr
Preis
€ 7,50

Veranstalter
Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Siegen- Wittgenstein

Verantwortliche/r Mitarbeiter/in
Dreisbach, Heike

Kursleitung
Christiane Petri

02739/8987839 heike.dreisbach@kirchenkreis-siwi.de Vertrag widerrufen

Zielgruppe/n:

Allgemein an Weiterbildung Interessierte

Referent / Referentin:

Christiane Petri

Sachbereich/e:

Religion, Lebensgestaltung, Pilgern

Veranstaltungsart:

Einzelveranstaltung

Format/e:

Abendveranstaltungen