Arthur Schnitzler – Literatur in Zeiten von Antisemitismus und Umbruch

Arthur Schnitzler (1862–1931), Sohn einer assimilierten jüdischen Medizinerfamilie in Wien, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern der Wiener Moderne. Der Vortrag zeichnet Schnitzlers Leben und Werk vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Umbrüche um 1900 nach.
Im Fokus stehen seine literarischen Arbeiten ebenso wie seine Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Nationalismus und gesellschaftlichen Konventionen. Schnitzlers frühe Texte über das jüdische Leben in Wien werden ebenso thematisiert wie seine Rolle innerhalb der Literaturgruppe „Jung Wien“, zu der u. a. Hugo von Hofmannsthal und Felix Salten gehörten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der sogenannten Dreyfus-Affäre und deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche Klima in Österreich und Deutschland. Anhand von Schnitzlers Werken („Das Freiwild“, „Leutnant Gustl“) wird gezeigt, wie er sich kritisch mit Ehrbegriff, Militär und gesellschaftlichem Druck auseinandersetzte.
Zugleich beleuchtet der Vortrag die Ambivalenz der Wiener Moderne: kulturelle Blüte im Spannungsfeld von Kaffeehausliteratur, Psychoanalyse und aufkommendem Zionismus einerseits sowie wachsendem Antisemitismus und Nationalismus andererseits.
Schnitzlers konsequentes Eintreten für Toleranz, Frieden und Humanität – insbesondere seine kritische Haltung zum Ersten Weltkrieg – bildet den abschließenden Bezug zur Gegenwart.

Peter Schmöle, der Referent des Abends ist ausgebildeter Altenpfleger und stammt aus Nordhessen. Bereits in seiner Kindheit begegnete er Menschen, die unter dem Nationalsozialismus verfolgt worden waren. Die Berichte über Unmenschlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und die Ermordung kranker Menschen prägten ihn nachhaltig. Aus seiner Leidenschaft für Literatur heraus ist es ihm ein Anliegen, an Schriftsteller und Musiker zu erinnern, die unter dem NS-Regime verfolgt wurden, und so einen Beitrag gegen das Vergessen zu leisten.

In Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.

Lernziele:
Die Teilnehmenden
• lernen zentrale biografische Stationen Arthur Schnitzlers kennen,
• verstehen die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen im Wien um 1900,
• setzen sich mit der Wechselwirkung von Literatur und Zeitgeschichte auseinander,
• reflektieren die historischen Wurzeln von Antisemitismus und Nationalismus,
• gewinnen Impulse für die Einordnung aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen.

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5. November 2026
19:00 - 21:15 Uhr
Preis
- kostenlos -

Veranstalter
Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Siegen- Wittgenstein

Verantwortliche/r Mitarbeiter/in
Dreisbach, Heike

Kursleitung
Jannik Weber

02739/8987839 heike.dreisbach@kirchenkreis-siwi.de Vertrag widerrufen

Zielgruppe/n:

Allgemein an Weiterbildung Interessierte

Referent / Referentin:

Herr Peter Schmöle

Sachbereich/e:

Gesellschaft, Politik, Migration

Veranstaltungsart:

Einzelveranstaltung

Format/e:

Abendveranstaltungen